Lesegesellschaft
Stäfa

Geschichte der Lesegesellschaft Stäfa

2016 Das Museum zur Farb eröffnet am 22. Mai die neue, mit zeitgemässen Mitteln gestaltete Dauerausstellung. Sie fokussiert auf die drei Themen «Stäfner Handel», die historisch wertvolle Bausubstanz und Einrichtung des Hauses zur Farb sowie die Fatschenkind-Sammlung. Der Lions Club Stäfa verleiht dem Museum und der Lesegesellschaft «für ihr Wirken, ihre Dynamik und Kreativität und ihren nachhaltigen Beitrag zur Ortsgeschichte Stäfas» den mit CHF 7000 dotierten Preis für Kulturförderung 2016.

2015 Die Bibliothek Stäfa erschliesst ein neues Kundensegment, indem sie ihr Angebot durch e-Books und andere digitale Medien erweitert. Zu diesem Zweck hat sie sich der digitalen Bibliothek Ostschweiz Divibib angeschlossen.

2014 Mit einem Fest weiht die Lesegesellschaft am 1. Juni das Denkmal geschützte, renovierte Hauses zur Farb ein. Gleichzeitig eröffnet das Museum zur Farb die Ausstellung «Gestern heute übermorgen – unser Stäfa», die den rasanten Wandel Stäfas vom Bauerndorf zur Agglomerationsgemeinde thematisiert.

2013 Die Lesegesellschaft tritt in einem neuen Erscheinungsbild auf. Es zeigt auf einen Blick, dass der Verein mit seinen Konzerten und Theateraufführungen, dem Museum zur Farb und der Bibliothek Stäfa Träger dreier wichtiger kultureller Angebote in der Region ist.

2013 Werner Liechti, der sich während 47 Jahren (!) um das Haus und das Museum zur Farb gekümmert hat, tritt auf die Generalversammlung hin aus dem Vorstand und als Präsident der Museumskommission zurück.

2012 Samuel Galle gibt nach 16 Jahren das Präsidium der Lesegesellschaft ab; die Mitgliederversammlung wählt Richard Diethelm zu seinem Nachfolger.

2011 Die Lesegesellschaft stellt zum ersten Mal eine Kuratorin für das Museum zur Farb an; das Pensum der Historikerin Nicole Peter beträgt 30 Prozent.

2010 Die Bibliothek Stäfa zieht aus dem Provisorium beim Friedhof Kirchbühl in den Neubau der Aula der Schulanlage Obstgarten um.

2009 Die Gemeinde Stäfa und die Lesegesellschaft Stäfa schliessen je eine Leistungsvereinbarung über die Führung der Bibliothek Stäfa und über den Betrieb des Museums zur Farb ab. Die Budgets und Rechnungen der Bibliothek und des Museums werden in die Gemeinderechnung integriert.

2007 Die Lesegesellschaft gibt das Buch «Stäfa – wohnen  arbeiten  mitreden  leben» heraus; es ist quasi ein Fortsetzung der zweibändigen Stäfner Chronik.

2003 Das 2. «Kulturfest auf dem See» findet statt.

2001 Kulturorganisationen von Horgen, Männedorf, Meilen, Stäfa und Richterswil veranstalten das erste «Kulturfest auf dem See».

2000 Die Lesegesellschaft beginnt, Teile ihres Betriebs zu professionalisieren. Die Mitglieder des Vorstandes arbeiten grundsätzlich weiterhin unentgeltlich. Für besondere Aufgaben wie Programmierung der Veranstaltungen, Führung des Museums und Führung eines Sekretariats richtet der Verein beschränkte Entgelte aus. Im selben Jahr wird die Bibliothek Stäfa renoviert und die Ausleihe computerisiert. Zudem wird der Bezug von Eintritten in Veranstaltungen via Internet eingeführt.

1996 Samuel Galle tritt die Nachfolge des langjährigen Präsidenten Walter Kobelt an. Er steht einer Lesegesellschaft vor, die sich als moderner Dienstleistungsbetrieb etabliert hat, um die kulturelle Vielfalt in Stäfa und Ürikon zu bereichern.

1995 Stäfa gedenkt mit dem Festspiel «Der Stäfner Handel» und einem Dorffest samt historischem Umzug der Auflehnung der Landschaft gegen die Herren in Zürich vor 200 Jahren.

1986 Die Lesegesellschaft erwirbt die kostbare Krippensammlung von Walter Tobler, Stäfa.

1984 Das Museum zur Farb zeigt als erste Sonderausstellung nach der Renovation: «Dr. Johannes Hegetschweiler, Regierungsratopfer des Züriputsches 1839».

1982 Dr. Viktor Itschner, Arlesheim, schenkt der Lesegesellschaft einen umfangreichen Briefwechsel von Dr. Johannes Hegetschweiler.

1981 Dr. August Rudolf Rebmann, Zürich, Nachkomme von Rudolf Rebmann, letzter Untervogt von Stäfa im Ancien Régime, setzt die Lesegesellschaft als Miterbin ein.

1980/1982 Mit Unterstützung der politischen Gemeinde Stäfa, des Kantons Zürich und der Eidgenossenschaft restauriert die Lesegesellschaft das Haus zur Farb.

1975 Der Startrompeter Maurice André lockt 1070 Besucher ins Konzert der Lesegesellschaft.

1973 Die Lesegesellschaft fasst ihre Veranstaltungen erstmals in einem Generalprogramm zusammen. Die neue Gemeindebibliothek wird im Aulatrakt der Schulanlage Obstgarten eröffnet.

1968 Band I der Stäfner Chronik erscheint im Verlag der Lesegesellschaft; ein Jahr später folgt Band II.

1966 Die Lesegesellschaft organisiert das erste Konzert mit dem Zürcher Kammerorchester unter der Leitung vom Edmond de Stoutz in Stäfa.

1961 Aus Beständen der Lesegesellschaft und der Schule entsteht die erste Freihandbibliothek in Stäfa; sie wird durch die Lesegesellschaft geführt.

1947 Aus Anlass der Goethe-Feier veranstaltet die Lesegesellschaft ein grosses Konzert in der reformierten Kirche.

1944 Die Lesegesellschaft erwirbt das spätmittelalterliche Haus zur Farb, das heute Sitz des Vereins und des Ortsmuseums ist.

1894 Sekundarlehrer Bodmer gibt im Auftrag der Lesegesellschaft eine «Chronik der Gemeinde Stäfa» heraus.

1889 Beschluss, bei der Oetiker Haab ein Denkmal zu Ehren der Stäfner Patrioten von 1795 zu errichten.

1844 Die Lesegesellschaft gründet das «Wochenblatt vom Zürichsee», aus dem später die «Zürichsee-Zeitung» hervorgeht. Sie beansprucht das Aufsichtsrecht über Druck und Expedition sowie über die literarische und politische Haltung des seit 1857 zweimal wöchentlich erscheinenden Blattes. 1887 wird das Wochenblatt verkauft.

1830 Die Lesegesellschafter helfen mit, den Ustertag vorzubereiten, welcher 1831 einer für alle Züricher gültigen Verfassung endlich zum Durchbruch verhilft.

1819 Johann Kaspar Pfenninger – inzwischen zum Regierungsrat aufgestiegen – gründet mit 25 Gesinnungsfreunden die Lesegesellschaft Stäfa neu. Unter den Gründungsmitgliedern sind Heinrich und Johannes Brändlin, Jakob Dändliker, Dr. Johannes Hegetschweiler, Untervogt Rudolf Rebmann und Hans Heinrich Ryffel.

1795 Im Januar verurteilt die Zürcher Obrigkeit das Memorial als «ruhestörendes und giftiges Produkt des Stolzes und der Bosheit», was dem Todesurteil über die Lesegesellschaft gleich kommt. Der Grosse Rat verbannt Pfenninger, Heinrich Nehracher und Andreas Staub aus dem Gebiet der Eidgenossenschaft und lässt die Dokumente verbrennen. Trotzdem gärt es auf dem Land weiter, so dass die Regierung befiehlt, Stäfa am 5. Juli militärisch zu besetzen.

1794 Lesegesellschafter beteiligen sich an der Bittschrift «Stäfner Memorial», die von der Obrigkeit in Zürich gleiche Rechte für Bürger vom Land fordert. Das Schreiben beginnt mit: «Ein Wort zur Beherzigung an unsere teuersten Landesväter».

1793 Der Stäfner Patriot Johann Kaspar Pfenninger gründet mit zehn Gesinnungsfreunden aus Wädenswil, Horgen, Meilen, Männedorf und Stäfa die Lesegesellschaft Stäfa. Pfenninger fühlt «das Bedürfnis, sich enger aneinander anzuschliessen und über Gemeinnütziges zu beraten, mit jedem Tag lebhafter. (…) Gegenstand der Verhandlungen sind u.a. die allzu überwiegenden Vorrechte der Stadt Zürich und die Beschränkung und Herabwürdigung des Landvolkes.» Die Vereinigung ohne festen Sitz und Statuten gründet ihre erste Bibliothek mit Büchern, «welche zur Aufklärung und Bildung des Volkes dienlich sind».