Museum zur Farb

Liebes Museums-Publikum

Die Virus-Pandemie hält momentan die Welt in Atem. Auch das kulturelle Leben steht still. Daher verschieben wir die Eröffnung der Sonderausstellung und die Eröffnung der Museumssaison auf den 20. August 2020.

Die bis Ende Juli 2020 geplanten Veranstaltungen werden verschoben. Gerne halten wir Sie auf dem Laufenden. Konsultieren Sie regelmässig unsere Website oder melden Sie sich für unseren Newsletter an.

Gerade in einer Zeit, in der das Leben stillsteht und Angst sich breit macht, kann die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, mit Menschen, die vor uns gelebt, gearbeitet, gehofft und sich geängstigt haben, lehr- und trostreich sein. Wir sind bemüht, Ihnen, liebes Museums-Publikum und Geschichtsinteressierte, diese Auseinandersetzung weiterhin zu bieten. Dazu werden wir, unabhängig davon, wann wir die Ausstellung, auf die wir uns sehr freuen, eröffnen können, einen virtuellen Museumsraum auf dem Internet einrichten. Mehr dazu folgt in Kürze.

Bleiben Sie alle gesund und schauen Sie gut auf sich und Ihre Lieben!

Es grüsst Sie herzlich

Nicole Peter und Lukas Germann (Kuratoren) und das ganze Museumsteam

 

Vorschau Sonderausstellung 2020

Am seidenen Faden – Seidenweberei in Stäfa 1830-1960

Während etwa 150 Jahren wurde in Stäfa Seide verarbeitet. Während aber das linke Zürichseeufer für seine Seidenindustrie bekannt und Horgen sogar als „Klein-Lyon“ in die Geschichte eingegangen ist, so ist über die Seidenverarbeitung am rechten Zürichsee wenig tradiert. Das gilt auch für Stäfa. Nur wenig Quellenmaterial ist überliefert, vieles ging im Zuge der Schliessungen der Textilfabriken, die in den 1950er/60er-Jahren erfolgte, verloren. Die Fabriken in Stäfa hatten nicht denselben Stellenwert auf dem Weltmarkt wie andere Seidenfabriken im Kanton. Dennoch prägt die einstige Industrie das Ortsbild, wie etwa der Seidenhof in Oberhusen oder die Schornsteine im Kreuz verdeutlichen. Auch Flurnamen erinnern an die einstige Industrie: Farb heisst ein Quartier am See, dort, wo einst die Seidenfärberei angesiedelt war. Nur die Fabrikantenvilla ist heute noch erhalten.

Vieles ist vergessen gegangen in Bezug auf eine Industrie, die einst zahlreiche Menschen aus Stäfa und umliegenden Gemeinden beschäftigt hatte; eine Industrie, die die Sozialstruktur veränderte, eine Industrie, derentwegen Angestelltenhäuser errichtet, Kapellen gestiftet und Sozialfonds gegründet worden waren.

In dieser Ausstellung zeigen wir ein dichtes Geflecht, machen wir uns auf die Suche nach einer beinahe vergessenen Geschichte und nehmen dabei den Zeitraum von etwa 1830, als Benjamin Ryffel in Stäfa seine Fabrik eingerichtet hat, bis 1960 in den Blick, als die Seidenfabrik Appenzeller ihre Tore schloss.

Ort: Museum zur Farb

Programm Museum zur Farb 2020 (PDF)