Museum zur Farb

Am seidenen Faden – Seidenweberei in Stäfa 1830-1960

Während etwa 150 Jahren wurde in Stäfa Seide verarbeitet. Während aber das linke Zürichseeufer für seine Seidenindustrie bekannt und Horgen sogar als „Klein-Lyon“ in die Geschichte eingegangen ist, so ist über die Seidenverarbeitung am rechten Zürichsee wenig tradiert. Das gilt auch für Stäfa. Nur wenig Quellenmaterial ist überliefert, vieles ging im Zuge der Schliessungen der Textilfabriken, die in den 1950er/60er-Jahren erfolgte, verloren. Die Fabriken in Stäfa hatten nicht denselben Stellenwert auf dem Weltmarkt wie andere Seidenfabriken im Kanton. Dennoch prägt die einstige Industrie das Ortsbild, wie etwa der Seidenhof in Oberhusen oder die Schornsteine im Kreuz verdeutlichen. Auch Flurnamen erinnern an die einstige Industrie: Farb heisst ein Quartier am See, dort, wo einst die Seidenfärberei angesiedelt war. Nur die Fabrikantenvilla ist heute noch erhalten.

Vieles ist vergessen gegangen in Bezug auf eine Industrie, die einst zahlreiche Menschen aus Stäfa und umliegenden Gemeinden beschäftigt hatte; eine Industrie, die die Sozialstruktur veränderte, eine Industrie, derentwegen Angestelltenhäuser errichtet, Kapellen gestiftet und Sozialfonds gegründet worden waren.

In dieser Ausstellung zeigen wir ein dichtes Geflecht, machen wir uns auf die Suche nach einer beinahe vergessenen Geschichte und nehmen dabei den Zeitraum von etwa 1830, als Benjamin Ryffel in Stäfa seine Fabrik eingerichtet hat, bis 1960 in den Blick, als die Seidenfabrik Appenzeller ihre Tore schloss.

Die Ausstellung kann vom 16. Mai bis 10. Oktober 2021 jeweils Sonntags von 14-17 Uhr und Donnerstags von 17-21 Uhr besichtigt werden. Während den Sommerferien (19. Juli bis 20. August) bleibt das Museum geschlossen.

Impressum

Konzept: Nicole Peter und Lukas Germann, Stäfa

Gestaltung: Barbara Pulli, Stäfa

Grafik: Thomas Ernst, Winterthur

Bauten: Sohm Design, Stäfa